Lazy Days
Eine Erkältung erlaubte mir langschlafend, träge und zufrieden die Zeit wie einen zähflüssigen Sirup zu genießen; sobald mir die Süße überdrüssig zu werden droht(e), steige ich aufs Rad und fliege an das Ufer der Spree oder der Chauffeur fährt mich zu einer Villa am Wannsee oder zu einer Datscha am Elsensee. Zum Grillen. Immerzu Grillen.
Aber das dann doch: Noch die friesländische Sonne im Gemüt, habe ich mich zu einer 'beruflichen Neuorientierung', wie das bestimmt in irgendeinem Fachjargon heißt, entschlossen. Denn zumindest dieses Laissez-faire kann ja nicht ewig dauern. Letztes Wochenende habe ich mich zunächst einmal zur Ersthelferin ausbilden lassen. Alles weitere ist in die Wege geleitet. Es geht mir gut. So richtig.
Doch vorläufig ist Sommer, fährt der warme Wind durch die Fleißigen Lieschen im Balkonkasten, durch das reife Korn auf den Feldern und über meine Haut, in der ich mich endlich wieder wohlfühle.
Und mit Büchners Leonce rufe ich Euch zu: "Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht …"
