Testimonium Paupertatis

8
Jul
2008

Wünsch Dir was!

Jahrmarkt

(c) Anousch

Hinabgestoßen in den "trüben Brunnen neurotischer Selbstbespiegelung" (Dr. Schein), bleibt mir nichts, als die alsbaldige Abschaffung des BAföGs zu fordern!

Hätte ich, anstatt akademische Mätzchen zu treiben, einen anständigen Beruf gelernt, gäbe es jetzt wenigstens Aussichten auf einen Job. Aber der alteuropäische Wahnsinn von Gleichheit und Gerechtigkeit ist schuld daran, dass auch wir Arbeiter-und Bauernkinder Fabrik und Scholle verlassen haben, um getäuscht von den Verlockungen der staatlichen Alimentierung, eine Ausbildung zu genießen (!), die uns hernach in eine finanzielle Finsternis und weit hinter die Einkommensmöglichkeiten unserer Vorfahren verbannt.

In einer echten Klassengesellschaft, einer, die nicht nur simuliert, eine zu sein, würde/müsste ich von 8.oo-16.oo Uhr einer geregelten Arbeit nachgehen, da mir die Wege zu Höherem, zu Flausen also, versperrt gewesen wären wie sintemal Bileam und seiner Eselin der Weg durch einen Engel versperrt wurde, auf dass er das auserwählte Volk nicht verfluche (4. Mose 22.23ff).
So aber bin ich genötigt, dieser verfuckten 'transzendentalen Obdachlosigkeit', die wir an der Universität noch so prickelnd fanden, (damals als sie uns Bedürftigen BAföG und sogar Studienkredite hinterhergeschmissen haben) was entgegenzusetzen.

Im Freundes-und Verwandtenkreis haben alle, die eine Berufsausbildung absolviert haben, bereits Häuser gebaut, die Tendenz geht zum Drittwagen. Und das im Osten!

Und auch mit meinem Luftschifferpatent sind zur Zeit keine Blumentöpfe o.ä. zu gewinnen.

Ich werde mich wohl umschulen lassen müssen.

5
Jul
2008

White Trash

Sie sind an mir vorbeigelaufen. Hand in Hand. Sie trug Turnschuhe, enge Hose, kurze Jacke. Alles in weiß. Haare stark blondiert. Er trug Turnschuhe, hochgekrempelte Hose, Jacke mit einem Kampfhundkonterfei. Auch alles in weiß. Schädel kahl. Dem Outfit nach keine typischen Pro-Asyl-Mitglieder. Dann fiel mein Blick auf seine frisch vernähte Narbe am Unterschenkel. Kein glatter Schnitt, eher wie mit einem zerbrochenen Flaschenhals zerfurcht. Ich sah die Narbe und da habe ich es gewusst: Das sind meine nahsten Nachbarn. Jene, die sich Nacht für Nacht ihre verkümmerten Seelen aus den versoffenen Leibern brüllen, ihr Mobiliar zerhacken und ansonsten Heavy-Metal hören. Sie bewohnen ein Zimmer, Hinterhaus, Erdgeschoss, Nordseite, den Blick auf die Mülltonnen haben sie mit dunklen Bettlaken vor den Fenstern verhängt. Ich habe sie noch nie zuvor gesehen, aber als sie mich gestern 200 Meter vor der Haustür passierten, wusste ich, dass ich Wand an Wand mit jungen Alkoholikern lebe.
Mitleid habe ich nur mit mir.

Zeit für einen bezahlten Job. Für eine neue Wohnung. Aber noch verbindet mich mit dem kaputten Duo der Bezug von Transferleistungen.

23
Nov
2007

I laugh you

Wenn die Treue Spaß macht, dann ist es Liebe.

[U-Bahn gestern]

Gewöhnlicherweise jedoch verbirgt sich hinter dem Reinheitsgebot Treue nur ein Mangel an Gelegenheiten zur Übertretung.

[Eigentlich interessiert mich das nicht. Was mich interessiert ist Licht, Luft und Bewegung. Stattdessen bin ich aber an den Schreibtisch geknechtet, müde, gelangweilt. Ich werde jetzt zum Friseur gehen; wenn die Haare erst wieder schön fallen, dann fällt mir auch wieder was Schönes ein.]

[EDIT: So, vonwegen Friseur - der Geldautomat spuckt kein Geld mehr aus. Bleibt ein Fünf-Euro-Scheinchen bis Monatsende. Bleibt nichts, als Trotz und Scham (Stolz! Wenn ich dieses gefühlige Machowort schon höre)  zu überwinden und Geld zu borgen. Bin selbstmitleidig (Talentiert, aber arm!) und schließe daher für heute den Laden.]

 

 

11
Nov
2007

150 g für 1,49

Hunger und Armut trieben mich gestern zu ALDI. Am Süßwarenregal angekommen zögerte ich einen Moment, ob ich (schon) bei den Dominosteinen zugreifen sollte. Warum eigentlich nicht, dachte ich, schließlich schneestürmt es draußen und es gab Jahre, da hatte ich bereits im September Weihnachtsgebäck verfuttert. Aber plötzlich schmeckte ich den allzu süßlich-klebrigen Dominosteingeschmack und so entschied ich mich schließlich für die dezenteren Baumkuchenspitzen. Und: Sie sind irre lecker!

Auf der Packungsrückseite wird das Produkt wie folgt beworben:
Diese Gebäckspezialität wird handwerklich hergestellt. Der Baumkuchen, ein Meisterstück der Konditoreikunst, wird mit den feinsten Zutaten wie Schokolade, Butter und Marzipan gefertigt. Dünne Teigschichten werden auf einer Walze aufgetragen und einzeln vor einer offenen Flamme gebacken. So entstehen die bis zu 15 Schichten eines Baumkuchens, die an die Jahresringe eines Baumes erinnern. (...)

Mich rührt dieser Aufwand.
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Terra Euphorica

Das Frühwerk

(*)

Nach Ithaka heimzukehren, dabei ist es geblieben, erfordert und verlohnt den weitesten Umweg. Hans Blumenberg

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You are The Empress

Beauty, happiness, pleasure, success, luxury, dissipation.

The Empress is associated with Venus, the feminine planet, so it represents, beauty, charm, pleasure, luxury, and delight. You may be good at home decorating, art or anything to do with making things beautiful.

The Empress is a creator, be it creation of life, of romance, of art or business. While the Magician is the primal spark, the idea made real, and the High Priestess is the one who gives the idea a form, the Empress is the womb where it gestates and grows till it is ready to be born. This is why her symbol is Venus, goddess of beautiful things as well as love. Even so, the Empress is more Demeter, goddess of abundance, then sensual Venus. She is the giver of Earthly gifts, yet at the same time, she can, in anger withhold, as Demeter did when her daughter, Persephone, was kidnapped. In fury and grief, she kept the Earth barren till her child was returned to her.

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