"Was ist der Hashtag?" - Das 1. Jour Fitz

O.k., dass ich wieder nicht den Mann meines zukünftigen Lebens treffen würde war klar, trotz Eisprung und somit günstiger Hormonkonstellation. Dass aber alle, wirklich alle, ausnahmslos alle und jeder über ein Smartphone verfügte und somit an den Kreislauf des Lebens und der Dinge angeschlossen war, während mir nur der Übersprungshandlungsgriff zum stummen Handy (Baujahr 1992) blieb, hat mich in einen finsteren Abgrund der Frustration gestürzt. Allein der Begriff 'Handy'! Der muss doch in den Ohren meiner smartphonenden Twitter-Kameraden klingen wie ein Lemma aus dem Lexikon der bedrohten Wörter.
Ich frage mich neidlos aber ernsthaft, wie Leute, die scheinbar nichts anderes machen, als eine Timeline nach der anderen zu ziehen, sich so etwas leisten können. Bestimmt arbeiten sie in den kleinen Zwitscherpausen hart und unerbittlich und tun nur so als würden sie den ganzen Tag vor sich hin prokrastinieren. Und wahrscheinlich bin ich mit mir zu selbstidentisch.
Da ich weder ein Medium zum Twittern noch ein Lebewesen zum Flirten hatte, habe ich mich nach dem Schlussapplaus schnell davon gestohlen. Jetzt werdet Ihr zu recht einwenden, dass das mit der Flirterei ja nix werden kann bei meinem Aufbruchstempo. Stimmt, aber ich spüre das wie ein Fluidum, ob jemand anwesend ist, der sich von Landwirtschaft, Luftschifferwesen und Fußball nicht gelangweilt fühlt. Andere Themen habe ich leider nicht drauf.
Ansonsten war das 1. Jour Fitz aber recht unterhaltlich. Der in unserer kleinen Welt berühmte Vergraemer aka. Jan-Uwe Fitz und vice versa gab einen launigen Conferencier und geschickten Mikrophonhalter. Lisa Rank aka. Kumullus las aus ihrem demnächst erscheinenden Roman Und im Zweifel für dich selbst. Obwohl ich kein Fan von Introspektiven bin, hat mir der Text wirklich sehr gefallen: Die sprachliche Präzision, die Zerbrechlichkeit und die Keckheit, die trotz des traurigen Themas immer wieder durchbricht. André Krüger aka. Bosch und Michael Bukowski aka. mbukowski waren auch toll, aber das könnt Ihr beim Gastgeber besser nachlesen.
Twitter ist vom Teufel. Ihr, die Ihr bislang standhaft wart: Fangt gar nicht erst damit an! Und wenn, steckt Euch doch mal bei solchen Versammlungen ein Namensschildchen ans Revers. Dann klappt's vielleicht auch mit dem Flirten.

Wenn
Komisch,
Ihr A.
Lieber Albert,
Grüße aus der Waschküche,
Ihre A.
Ihr Albert vom Zeppelinstein
PS: Komme gerade vom Bauernhof, Landeier & Kraut kaufen. Herrlicher Duft dort!
Es gibt nur eines, das mir am Landleben Angst macht: Funklöcher.
o.T.
Jemanden...
Nachträglicher Gruss
Schade: Luftschifffahrt ist ein hochinteressantes Thema, und mit Ihrem edel auf das Wesentliche reduzierten Mobiltelefon wären Sie sicher insgeheim beneidet im Mittelpunkt der smarten Phonies gestanden.
Nachträglich Hallo!
Sie bringen mich auf eine Idee...ich werde meinen Oldie, der schon arg gezeichnet ist von vielen Stürzen auf Eis, Granit und Beton*, ein wenig pimpen. Dann sieht er noch älter und billiger aus und weckt nostalgische Begierden. Damals...
*Das überlebt kein Smartphone der Welt!
- ups.
O.T. Ich hebe mein Glas (Bier) auf deine nächste Zukunft.
Ich freue mich, wenn wie bald mal gemeinsam auf Sonstwas anstoßen werden!
-
und "bald" - ja, darauf freue ich mich auch.
ziellos
mit landleben volltankte
und nicht wußte
wohin
der Felder
da dörrte
eines
ums
andere
die angst des traktoristen
wischte mir denn/
den schweiß vom/
blech
bin ich nun komisch?
oder gar der teufulus?
nöö,zum basteln und so zeugs.
windows mobile is da was feines=)
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