»Hudallas Amourbahn«*
*Von Dr. Scheinscher Urheberschaft

Seit je her habe ich Angst vor Fahrgeschäften. Nie, nie, nie und nimmer und für kein Geld der Welt würde ich mich in den Fond eines solch irrwitzigen Mobils setzen. Aber ich fahre gerne Auto-Scooter. Ich habe ja keinen Führerschein und so nutze ich diese Gelegenheiten hin und wieder, um - ganz gegen den Sinn des Erfinders - das Fahrzeug kollisionsfrei durch den Parcours zu kurven. Und trotz meiner eingeschränkten Erlebnispalette mag ich Jahrmärkte sehr: Das nächtliche Leuchten abertausender Lämpchen und die nostalgische Aura von Kettenkarussellen, Wurf-,Schieß-und Losbuden, die sich als rührende Relikte zwischen den gigantischen neuzeitlichen Überschlag-Apparaten noch immer erhalten.
In dem thüringischen Dorf, wo ich meine schönsten Kindheitsstunden in großmütterlicher Obhut verbrachte, war im Herbst Karmes, wie das Kirchweihfest dialektal bezeichnet wurde. Es gab ein Kinderkarussell, ein paar Buden und sonst keine Attraktionen. Einmal habe ich für viele neue D-Mark-Münzen ein Tischbillard-Spiel erworfen.
Die Schausteller standen immer frierend an ihre Thermobecher geklammert in den versifften Gehäusen und schienen darauf zu warten, dass die Saison vorüberging. Ich habe sie stets ein wenig bedauert. Aber die Idee des Wanderberufes behagt mir heute sehr.
(c) Anousch. Jahrmarkt Osnabrück März 2008.
Auf der 'Märkischen Eiszeitstraße' auch...?
Herzliche Grüße! Schein
*Anousch nachdenklich*
Trackback URL:
https://anjaodra.twoday.net/stories/4819449/modTrackback