Bei Heimarbeitern wird das Sensorium an Feiertagen auf eine kleine Probe gestellt. Denn wenn man das Glück hat,
kein Angestelltendasein fristen zu müssen, dann gehen Feiertage, zumal wenn sie mitten in die Woche fallen, mitunter an einem vorüber wie jeder Tag vorüber zieht am Schreibtisch, in Bibliotheken, in Parks und Kneipen. Doch etwas ist an solchen Tagen anders, es beginnt schon in der Nacht vorher: Man vernimmt eine ungewöhnliche Aktivität auf den nächtlichen Straßen. Gewissheit bringt das morgendliche Radioprogramm. Spätestens wenn Jürgen Liebings sonore Stimme (die immer ein wenig davonzufliegen scheint akustisch
und gedanklich) unter der Woche im
d-Radio ertönt, wird alles klar ohne Blick in den Kalender. Und wenn dann auch noch die
Puhdys gespielt werden, kann man ziemlich sicher auf den Einheitstag tippen.
Jürgen Liebing schien sich heute leider aus dem Programm verabschiedet zu haben, mit einem Dank an seine Zuhörer und dem Zitieren der Puhdys Sentenz "Jegliches hat seine Zeit". Ich hoffe, das bezog sich nur auf die Feiertagsmoderation. Vielleicht will der Mann ja auch mal
feiern.
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